Tuesday, March 26, 2013

Sunday, July 13, 2008

Twitter, Twitter und die Sache mit dem Outing

Heute habe ich mich bei Twitter angemeldet - das ist so eine Art Ein-Zeilen-Blog, bei dem man einfach kurz vermelden kann, was man gerade so macht. Das kann ganz lustig sein oder (z.B. in der Firma) sogar sehr nützlich. Es führt mich als SMer aber auch mal wieder auf ein altes Problem zurück: die Sache mit dem Outing.

Wieviel gebe ich von mir selbst preis? Ich bin eigentlich Verfechter einer Politik des Halb-Outings. Ich verstecke mich nicht mit meinen Neigungen, laufe immer völlig schwarz und manchmal auch ziemlich SMig durch die Gegend und eigentlich ist es mir wurscht, ob mein Chef mir zufällig auf der Straße begegnet oder nicht. Was ich privat mache, geht in der Firma sowieso niemanden etwas an.

Was ich aber nicht möchte ist, daß mein normaler Webauftritt mit meinem SM-Blog in Verbindung gebracht wird. Beide sind so eine Art Aushängeschild, aber für unterschiedliche Welten - in meinem SM-Blog stehen schon recht private Dinge die ich nur im Schutz der Anonymität öffentlich preisgeben will.

Schwierig, oder? Manchmal denke ich mir: *scheiß drauf* und möchte alle Blogs und Twitters und Webseiten gerne vereinen um meine ganze Person nach außen zu präsentieren. Aber dann stelle ich mir vor, daß irgendjemand mit einem Hals voller Vorurteile all das liest und mir einen Strick draus dreht, z.B. wenn ich mich irgendwo mal wieder bewerben sollte.

Außerdem habe ich das Gefühl, daß die beiden Seiten einfach nicht zusammen gehören: das eine ist halt *öffentlich*, das andere eher *privat* - oder halb-öffentlich. Es kann zwar jeder X-beliebige mein Blog lesen, aber die Verbindung zu meinem Namen und meiner Person kann nur der herstellen, dem ich ein entsprechendes Vertrauen entgegenbringe.

Vielleicht ist das Bedürfnis, auf seinem öffentlichen Aushängeschild möglichst viel und wirklich alle Seiten über sich preiszugeben, auch simpler Exhibitionismus. Eigentlich gehöre ich sowieso zu denen, die den 'gläsernen Bürger' boykottieren und bekämpfen wo es nur geht. Ein bißchen Schizophrenie ist also auch dabei...

Sunday, March 23, 2008

Liebe Unbekannte,

wie Du bin auch ich - wieder - auf der Suche nach dem 'etwas mehr' im Leben, und das sowohl für die alltäglichen Dinge als auch im BDSM-Bereich. Kurz gesagt, ich suche eine neue Beziehung mit SM-Hinter- und Untergrund, für gemeinsame Spiele und Aktivitäten und, nicht zuletzt, auch für echte Partnerschaft.

Die 'rohen' Daten: Ich bin 33 Jahre alt, 1, 88m groß, schlank. Ich bin blond, trage eine Brille und habe einen ausgeprägten Hang zu dunkler Kleidung, was sich auch in einer gewissen Anhänglichkeit an die schwarze Szene widerspiegelt.

Am Wochenende bin ich gerne in Szenediskos unterwegs. Ansonsten neige ich eher zu ruhigen Tätigkeiten, z.B. mit Freunden ins Kino oder zum Essen gehen oder einfach mal ein gutes Buch lesen. Ich treibe auch gerne Sport und bin häufiger in der Olympiaschwimmhalle, bei Krafttraining oder – im Sommer – beim Inlinen anzutreffen.

Was Musik angeht, höre ich gerne Bands wie Crematory, Blind Guardian, Within Temptation oder Nightwish – wie im richtigen Leben ist auch hier eine Mischung aus Härte und Melodie sehr wichtig für mich.

Was meine SM-Neigungen angeht, bin ich Switcher mit einer starken körperlichen Tendenz, wobei ich Devotheit und Dominanz als netten Spielzeugen aber auch ihren Reiz abgewinnen kann. Ich liebe Masken und mag auch andere Arten von Fetisch-Kleidung, wobei meine Neigung zu LLL an sich aber nicht extrem stark ausgeprägt ist. Vom 'soften' SM bin ich etwa genauso weit weg wie von 'harten' Praktiken – Klinik, KV, NS und Blut sind Tabus für mich. Auch mit Demütigung und Erniedrigung weiß ich nichts anzufangen, egal auf welcher Seite. Ich habe Erfahrung mit Bondage und Spanking, Klammern und anderen Spielzeugen. Falls das noch nicht klar geworden ist: ich strebe eine partnerschaftliche Beziehung ohne jedes Machtgefälle an, die im Spiel ihre dunkle Seite zeigt.

Ich hoffe, diese Beschreibung meiner Person spricht Dich an und war nicht so lang, daß sie Dich – ungewollt? - erschlagen hat. Wenn Du glaubst, daß Deine Interessen sich mit meinen ergänzen könnten, schreib mir doch einfach. Es muß nicht so ausführlich sein wie meine Anzeige, über 'etwas mehr' als einen Zweizeiler würde ich mich aber sehr freuen.

Für mich ist zur Zeit noch offen, ob es zunächst eher eine Spielbeziehung oder gleich eine feste Bindung sein soll – das muß man schließlich gemeinsam herausfinden. Die grundsätzliche Möglichkeit einer Partnerschaft ist für mich aber Voraussetzung.

Meine Heimatstadt ist München. Du darfst aber gerne auch in einiger Entfernung leben: ich bin grundsätzlich mobil, wenn ich es auch vorziehen würde, nicht ans andere Ende Deutschlands reisen zu müssen.


Viele Grüße,

Flo

Friday, February 22, 2008

Nokia in Rumänien: Ein Traum wird Wirklichkeit

Das Management einer Firma ist manchmal eine harte Sache, ganz besonders, wenn diese Firma an der Börse notiert ist und der Chef nicht nur einer beschränkten Anzahl von Personen, sondern jedem einzelnen Aktieninhaber verantwortlich ist.

Rote Zahlen bedeuten da schnell das Aus - so wundert es wenig, daß mancher Manager bemüht ist, den Profit so weit wie möglich nach oben zu drücken und dabei gelegentlich ein bißchen die Dinge aus den Augen verliert, die so viel wichtiger sind als Zahlen, und anfängt, unmoralische Entscheidungen zu treffen.

Anders ist es mit Entscheidungen die nicht nur unmoralisch, sondern ganz offensichtlich auch ziemlich dumm sind; bei denen jeder mit ein bißchen gesundem Menschenverstand prophezeien kann, daß sie in ein finanzielles Fiasko führen werden.
Das wundert einen dann doch.

Ja, es geht um Nokia. Das Management der Firma hat beschlossen, ihr Werk in Bochum, im unprofitablen Hochlohnland Deutschland, zu schließen, und in Gebiete zu verlagern, wo die Leute noch dankbar dafür sind, einen Job beim größten Mobiltelefon-Hersteller der Welt zu haben.

Auf den ersten Blick wirkt das normal. Nokia wäre schließlich nicht die erste Firma, die aufgrund zu hoher Lohnkosten und zu aufdringlicher Gewerkschaften Verluste fährt und, um aus diesem gefährlichen Fahrwasser herauszukommen, zu harten Entscheidungen gezwungen ist.

Nur ist der Standort Bochum keineswegs unprofitabel. 13% Gewinn können sich eigentlich schon sehen lassen, und selbst die unersättliche Gier der Aktionäre sollte damit zufriedengestellt sein.
Wäre da nicht dieser nagende Gedanke: wenn nur die Lohnkosten nicht so hoch wären. Ja, wenn die Lohnkosten nicht so verdammt hoch wären, wären es satte 17%. Die Aktionärs-Vollversammlung würde in einen Riesenjubel ausbrechen, dem braven Manager den Kopf tätscheln und ihm - was wahrscheinlich das wichtigste Argument ist - obendrein noch einen fetten Bonus bezahlen. Da kann man schon mal ins Träumen geraten.

Gefährlich wird es, wenn aus solchen Tagträumen denn Wirklichkeit gemacht werden soll. Geträumt, getan, heißt es da bei Nokia. Ehe es sich die verwöhnten Bochumer Angestellten versehen, hat der finnische Unternehmer seine Sachen gepackt und ist ins rumänische Jucu gezogen. Mit typisch finnischer Kaltschnäuzigkeit begegnet man Anschuldigungen der Stadt Bochum, der deutschen Regierung und der EU. Selbst der enorme Image-Schaden, den Nokia durch diese unverfrohrene Hauruck-Aktion erlitten hat, scheint dort (im Management von Nokia) niemanden zu interessieren.

Aber was ist das? In Rumänien scheint man weniger dankbar zu sein als vermutet. Die Regierung denkt nicht daran, auf Wunsch des westlichen Wohltäters die gesetzlich verankerte Wochenarbeitszeit von maximal 48 Stunden aufzuweichen. Noch erstaunlicher ist, daß es dort tatsächlich eine Gewerkschaft zu geben scheint (ganz wie im verwöhnten Deutschland), die es tatsächlich wagt, aufzumucken. Von "Sklaverei" ist da die Rede.
Wie aber soll man dann die erhoffte Gewinnmarge erreichen? Mehr Leute einzustellen kostet wieder zusätzliche Gehälter, und außerdem scheinen in der Region gar nicht so viele arbeitswütige Rumänen zu leben wie gedacht - es herrscht ein Mangel an Fachkräften. Also bleibt nur, auf die rumänische Regierung einzuwirken. Es wäre so eine kleine Gesetzesänderung. Soviel Dankbarkeit hätte man bei Nokia dann doch erwartet.

Es scheint also, als könnte der Realität gewordene Traum in einem bösen Erwachen enden. Nicht, daß man das im Nokia-Management vorhersagen konnte. Dort sitzen schließlich Manager, keine Software-Entwickler, die den Traum vielleicht zum Platzen gebracht hätten mit der durch bittere Erfahrung erworbenen Weisheit: Never, ever, change a running system.

Wäre man bei Nokia dieser Einsicht gefolgt, wäre einem vielleicht aufgegangen, daß eine Gewinnmarge von 13% ein perfekt eingespieltes Team von hochqualifizierten Fachkräften erfordert. Nicht, daß man in Rumänien nicht die gleiche Qualifikation besäße. Aber es gibt Mentalitätsunterschiede, die Leute kennen sich nicht, kennen den Konzern nicht, wissen noch nicht, was von ihnen erwartet wird. Es dauert Jahre, bis in einem neuen System alle Schräubchen perfekt ineinander greifen und auch dann funktionieren, wenn sie nicht mehr rund um die Uhr mit zusätzlichen Geldern geschmiert werden. Wie man bei Nokia damit nicht nur dieselbe Gewinnmarge wie in Bochum erreichen, sondern sogar noch übertreffen will, ist schleierhaft.

Neben diesen, mit etwas gesundem Menschenverstand vorhersehbaren Problemen nehmen sich alle übrigen Unannehmlichkeiten beinahe lächerlich aus. Zum Beispiel, daß Deutschland und die Stadt Bochum bereits gezahlte Subventionen in Höhe von 47 Millionen € zurückverlangen, oder, daß die Europäische Union Nokia ausdrücklich von der Zahlung von Fördergeldern für den strukturellen Aufbau der östlichen Mitgliedsstaaten ausnimmt.

Was aber schmerzen sollte, ist der Verlust des guten Konzern-Images. Fast jeder Deutsche hat versprochen, keine Nokia-Telefone mehr zu kaufen, und, wie wir Deutschen nun mal so sind, zuverlässig und gründlich, hält sich auch so mancher daran.
Da wäre den zuständigen Managern bei Nokia anzuraten, sich auf die nächste Aktionärs-Vollversammlung gut vorzubereiten, am besten mit einer wirklich mitreißenden Rede. Denn wie schon gesagt: rote Zahlen können rasch zum Verlust des Chefsessels führen. Den Aktionären ist das voraussichtlich egal, denn außer ihren Gewinnausschüttungen zählt für sie wenig. Die kann man durch einen solchen Rausschmiß vielleicht sogar wieder steigern: schließlich ist auch Finnland ein Hochlohnland, und gute Manager sind in Rumänien sicherlich für lau zu haben.

Sunday, February 03, 2008

Schwarz

Jetzt hab ich natürlich schon wieder eine ganze weile nichts geschrieben. Ich habe doch recht viele Hobbies: Computergrafik, Sport, SM-Stammtische. Dazu kommt seit ca. einem Jahr ein steigendes Interesse an der schwarzen Szene, außerhalb auch als Gothic-Szene bekannt. Das alles zu jonglieren, kann schon recht zeitintensiv sein, vor allem, wenn man gelegentlich auch noch einen Abend mit den 'alten' Freunden oder einen Nachmittag bei der Familie verbringen will.

Die schwarze Szene ist auf der einen Seite Neuland für mich, und auf der anderen Seite wieder nicht. Es ist, zugegeben, sowieso etwas ungewöhnlich für einen 32-jährigen, sich für eine Szene zu interessieren, in der es mehr Jugendliche als Erwachsene gibt. Ich würde es auch nicht tun wenn ich nicht das Gefühl hätte, in gewisser Weise wirklich dahinzugehören.

Angefangen hat es mit der Kleidung. Schwarz war schon immer so ziemlich meine Lieblingsfarbe, aber als Jugendlicher war ich einfach nicht selbstbewußt genug, das wirklich durchzuziehen. Kann schon sein, daß sich mein Fetisch allein dadurch entwickelt hat, daß ich mich in diesem Bereich immer so stark zurückgehalten habe.
Inzwischen habe ich meine Zurückhaltung so ziemlich verloren. Nachdem mir klargeworden ist, daß ich auf die Meinung anderer Leute bezüglich meiner Kleidung lieber pfeifen sollte, und daß ich mit Anfang 30 auch noch nicht wirklich zu alt bin, um mich in dieser Hinsicht ein bißchen auszutoben (daß ich zu alt dafür bin, habe ich mir eingeredet, seit ich 18 war!), habe ich meine Zurückhaltung so ziemlich verloren.

Ich trage inzwischen keine andere Farbe mehr als schwarz. Das mag auf viele Leute eintönig wirken, und es stimmt schon, daß man etwas Fantasie braucht, um nicht immer in denselben oder zumingest gleich aussehenden Klamotten rumzulaufen. Aber es fühlt sich für mich unglaublich richtig an, und zumindest im Moment fühle ich mich in anderen Farben nicht wohl, wenn man von einem gelegentlichen Ausrutscher ins Graue absieht.

Was die Musik angeht, habe ich immer zu Melodic Metal geneigt und bin, ohne es zu merken, immer weiter in die Gothic-Ecke abgedriftet. Heute höre ich Crematory, Nightwish, Iced Earth etc., alles Bands, die sich irgendwie diesem Bereich zuordnen lassen. Ich bin früher niemals viel in Diskos gegangen, und jetzt sieht man mich doch gelegentlich mal im Nerodom oder im Feierwerk.
Ein paar Leute habe ich mittlerweile auch kennengelernt, die sich mehr oder weniger der Szene zuordnen lassen - ich hoffe aber durchaus auf weitere Kontakte.

Thursday, November 01, 2007

'Privater' Zirkel

Letztens bekam ich über die SZ die Zuschrift eines anderen Mannes. 'Hannes', so hieß er, wollte sich austauschen.
Gerne, schrieb ich - ich freue mich immer über neue Kontakte.

Die nächste PN sah dann etwa so aus: "Wie Du stehe auch ich auf Nylons. Laß uns uns mal treffen und Dich in die Szene einführen."

Hmm... Nylons sind eines der Themen, mit denen ich noch nie irgendwas anfangen konnte. Gut, bei flüchtiger Betrachtung könnte man das Netzshirt, das ich auf meinem Profilfoto trage, für Nylon halten.
Allerdings bin ich jetzt seit fast drei Jahren in der Szene unterwegs und - zumindest mittlerweile - relativ aktiv. Für eine 'Einführung' also vielleicht etwas zu spät.

Das schrieb ich ihm dann. Die Antwort: das macht nichts, er hat einen privaten Zirkel von etwa 10-12 Leuten, alles völlig diskret, und einige stehen auch auf LLL.

Irgendwie, dachte ich mir, hat dieser Mensch ein gesteigertes persönliches Interesse an mir, wenn auch ohne dabei sehr spezifisch zu sein. Ich fragte ihn, was denn die Altersgruppe seines Zirkels sei und *wo* das überhaupt ist.

Bad Aibling, war die Antwort. Nichts zum Alter.
Beider nächsten Runde fragte ich wieder nach dem Alter und sagte, wir könnten uns ja mal treffen um darüber zu reden - sozusagen auch zum Aufbau von Vertrauen.

Wieder keine Antwort wegen des Alters. Warum ich denn glaube, daß er an einem Treffen interessiert sei?

Hä?
Ich schrieb ihm daraufhin (bestärkt von den Meinungen aus meinem Lieblingsforum, NoSin), daß ich eigentlich wenig Interesse daran habe, einfach so mal nach Bad Aibling zu gurken und dort völlig blind in seinen Zirkel zu marschieren. Dann fragte ich ihn, warum er trotz zweijähriger Anmeldung bei der SZ kein REAL-Zeichen besitzt, und warum er nicht auf meine Frage wegen des Alters antwortet.

Eine Pointe hat die Story leider nicht, denn hier endet sie - denn ich bekam darauf keine Antwort mehr.

Aber vielleicht eine Moral: Die deutsche SM-Szene ist groß, und das Internet ist größer. Unvoreingenommenes Vertrauen ist fehl am Platz, und man sollte auf seinen Bauch hören: der sagt einem schnell, wenn etwas nicht stimmt.

Ein guter Rat auch für Leute, die mal eine ähnliche Entscheidung zu treffen haben: nach der Meinung anderer zu fragen (z.B. in einem anderen Forum) kostet nichts und ist meistens sehr hilfreich.

Mich hatte ohnehin nur die Neugier getrieben, denn einem 'privaten, diskreten Zirkel' will ich nicht unbedingt beitreten. Glücklicherweise habe ich einen Job, in dem ich mir ein ganzes oder teilweises Outing leisten kann, und lebe deshalb meine Neigung - zumindest meine kürzlich entwickelte Anhänglichkeit an die schwarze Szene - relativ offen und frei aus.
Daneben brauche ich für SM eine gewisse Vertrautheit, auch für eine reine Spielbeziehung. Ein 'Zirkel' klingt schon irgendwie nach Gruppensex oder zumindest Gruppensessions, und danach ist mir eigentlich weniger.

Sunday, July 29, 2007

Neuer Name

Irgendwie haben all diese Veränderungen dazu geführt, daß mir mein altes Alter Ego nicht mehr so richtig gefällt. Movito war eigentlich von Anfang an nur als Wegwerfnahme fürs 'Reinschnuppern' in NoSin gedacht. Aber wie es mit Wegwerfnamen so ist, blieb er mir.

Im Moment bin ich Dawn. Das ist ein Name, der mir so richtig gut gefällt. Schade nur, daß ich damit nicht allein bin - auf fast jeder Forums- und Webseite ist dieser Nick schon vergeben. Vielleicht finde ich ja irgendwann was Besseres. Wie man so schön sagt: Namen sind Schall und Rauch. Das ändert sich erst dann, wenn man seinen richtigen Namen findet: derjenige, der die ganze Persönlichkeit in einem Wort zusammenfaßt. Bei mir muß das - zumindest im Moment noch - ein ziemlich langer Name sein

Update

Es ist ruhig geworden um mein Blog. Beschämt stelle ich fest, daß ich seit fast 1½ Jahren nicht mehr geposted habe.

Nein, ich habe mir nicht den Hals gebrochen.

Plötzlich war sie da, die Beziehung. Allen Unkenrufen zum Trotz habe ich meine Freundin über eine Kontaktanzeige im Internet kennengelernt, und wir waren fast ein Jahr zusammen. Dann haben wir beide eingesehen, das es so nicht klappt. Aber schön war es trotzdem.

Ich bin noch heftig mit meiner eigenen Entwicklung beschäftigt. Kein Wunder, wenn man erst mit dreißig die Fesseln abzuwerfen beginnt, die einen zeitlebens in der aufgesetzten Illusion des 'Normalen', des gesellschaftlich Akzeptierten gehalten haben.


Meine private Rebellion schien zwar immer irgendwie durch, aber Kapuzenpulli und fingerlose Handschuhe reichen halt nicht, um sich selbst zu finden und etwas mehr zu sein als der Durchschnittsmensch, der jeden Abend von der Arbeit heimkommt und sich vor dem Fernseher fragt, ob sein Leben wirklich nicht zu mehr gut war.

Jetzt erhasche ich immer öfter ein paare Blicke auf das, was ich mir als erfülltes Leben vorstellen könnte. Die Umsetzung läuft noch ziemlich zäh - immerhin gehe ich einem geregelten Job nach, den ich liebe und garantiert nicht aufgeben möchte. Die verbleibende Zeit in die Umsetzung der eigenen Träume und Wünsche zu investieren (seien sie nun sexueller Natur oder nicht) ist manchmal schwierig. Wenn ich schlecht drauf bin, raubt es mir die Kraft - und manchmal ist das wie ein Teufelskreis, aus dem man nur schwer wieder herauskommt.

Die Beziehung, die ich geführt habe, hat mir in dieser Hinsicht viel gegeben. Vorher war ich noch viel zu sehr mit dem alten, normalen Leben verhaftet - teilweise durch die starke Bindung an meine Familie, teilweise durch ein großes persönliches Problem, für das mir erst meine (Ex-) Freundin die Augen geöffnet hat: die Unfähigkeit, Nein sagen zu können.


Daran hängt eigentlich alles: das Sich-Durchsetzen im Beruf, der Respekt, dem einem die Freunde entgegenbringen, und nicht zu letzt der Mut, die eigene Entwicklung nach den eigenen Wünschen zu formen statt nach denen anderer.

Es geht natürlich nicht von Heute auf Morgen. Ich habe schon eine ganze Menge Rückschläge erlitten. Aber ganz langsam wird es besser, und das Führen von Beziehungen (von der ganz persönlichen Zweisamkeit bis zur bloßen Bekanntschaft) wird immer leichter und angehmer. Im Moment bin ich ganz damit beschäftigt, mein soziales Netz aufzubauen und zu pflegen. Denn das ist es was, ich immer vernachläßigt habe.

Sunday, March 19, 2006

Mal locker lassen

Das mit der Partnersuche ist so eine Sache: als frischgeborner SMer kann man darauf so fixiert sein, daß es nichts anderes mehr im Leben gibt. Dabei ist das eine Sache, die eigentlich nebenbei läuft: flirten, wann immer sich die Gelegenheit ergibt - dann trifft ma man irgendwann schon auf die Richtige. Gerade im SM-Bereich kann das natürlich etwas länger dauern.
Es ist immer gut, sich mal zuhinterfragen und wieder zu den tatsächlich wichtigen Dingen zurückzufinden. Nur zu leicht vergißt man vor all dem Suchen nämlich das Wichtigste: zu leben.

Tuesday, February 14, 2006

Das unbekannte Land...

Manchmal will ich mit dem Kopf durch die Wand. Blaue Flecken sind dabei vorprogrammiert, aber das riskier ich jetzt einfach mal.

Ich suche Dich.
Dumme Anmache, ich weiß. Aber vielleicht bist Du ja die Frau, die mich kennenlernen möchte, die gemeinsam mit mir die Welt der qualvollen Leidenschaft für kurze oder längere Zeit erforschen will.
Wenn Du genauso neu bist wie ich in diesem unbekannten Land, oder einfach nach etwas Neuem suchst - ich würde gerne gemeinsam mit Dir etwas aufbauen.


Ich bin dreißig Jahre alt, ganz nett anzusehen, schlank und sportlich. Switcher. Meistens eher dommig aufgelegt (im richtigen Leben manchmal ein bißchen zu sehr), aber manchmal habe ich auch das Bedürfnis, mich einfach fallen zu lassen.

Du bist: vielleicht eher sub, vielleicht auch Switcher(in). Du legst Wert auf einen Mann, der weniger auf Unterwerfung und absoluten Gehorsam aus ist, als auf eine echte Partnerschaft, die SM als gemeinsamen Genuß begreift. Ein Partner, der Dir - wenn es hart auf hart kommt - auch mal einen starken Arm reicht.

Was ich will? Dich kennenlernen, gemeinsam mit Dir spielen, lieben, leben und Spaß haben... vielleicht paßt alles perfekt, und wir werden ein Paar.

Bis dann,
Flo

Sunday, February 05, 2006

Fang einfach an zu laufen...

... Wenn Du lange genug unterwegs warst, findest Du den Teil Deiner selbst, den Du bis dahin unterdrückt hast. Wenn Du Glück hast, gibt Dir dieses zweite Selbst eine schallende Ohrfeige. Wenn Du Pech hast, redet es nicht mehr mit Dir.

Liebes Tagebuch...

Nachdem ich jetzt schon eine ganze Weile lang nichts mehr in mein Blog geschrieben habe, gibt es jetzt einfach ein kleines Update.
Ein Jahr schnüffle ich jetzt schon in der SM-Szene herum. (Passende) Frau hab ich noch immer keine gefunden, aber die große Ernüchterung ist erst mal vorbei.
Hauptsächlich liegt es daran, daß ich unter falschen Voraussetzungen mit der Szene Kontakt aufgenommen habe. Zuerst habe ich mich - klar - für einen sub gehalten. Als Newbie kann man Masochismus und Devotion schon leicht verwechseln, aber mit der Zeit kam ich dahinter, daß da irgendetwas nicht paßte.
Ein bißchen knien und herumgeschubst werden könnte ich mir zwar vorstellen, aber den Blick zu senken und brav und unterwürfig zu sein, kommt jetzt echt nicht in die Tüte. Mit der Zeit gelange ich zu der Ansicht, daß ich viel dominanter bin als gedacht.

Irgendwo da draußen gibt es sicher eine nette junge Switcherin, die auch nicht so richtig auf der D/s-Schiene abfährt, sondern ganz einfach harten, gemeinen, wilden und schmerzhaften, aber trotzdem vollkommen gleichberechtigten Sex mit ihrem Partner haben will. SM ist ein tolles Spiel, genußvoller Sex, ein Ausflug in Wildheit und Urtriebe des Menschen. SM ist Ausdruck der dunklen Seite der Seele.
Meiner Seele. Und was ich suche ist eine, die der meinen verwandt ist.
Ich suche eine Partnerin, die meine Person ganz zu schätzen weiß, die mich nicht trotz, sondern *wegen* meiner Neigungen will - weil es auch ihre sind.

Thursday, October 20, 2005

Sklave

Am So hat mich eine Domina gefragt, ob ich mir vorstellen kann, ihr Sklave zu sein. Aber auch wenn ich mich verdammt danach sehne, mal ordentlich den Hintern versohlt zu kriegen, muß ich doch auch an meine Zukunft denken - da, gilt es, zum eigenen (schwierigen, komplizierten, nichtwirklichinirgendwelchekategorienpassenden) Selbst zu stehen. Ich hab ihr geschrieben, daß ich mit Unterwürfigkeit und Gehorsam so meine Schwierigkeiten habe. Bis jetzt hab ich auch keine Antwort gekriegt... na, warten wir mal ab.

Monday, September 19, 2005

Das mit dem sub-sein...

... ist so eine Sache. Am Anfang, als ich mit dem Erkunden der Szene anfing, habe ich mich voll und ganz für einen sub gehalten. Schließlich mag ich Bondage und liebe das Zwicken von Wäschklammern. Aber beim Anblick der Kontaktanzeigen devoter Männer wurde mir ganz schnell klar, daß das nicht so das richtige sein kann.

*Unterwürfigkeit*? *Gehorsam*? Öhh...

Nööö.
Da erklär *ich* doch viel lieber, was Sache ist. Und Fesseln macht fast so viel Spaß wie gefesselt sein. Vielleicht mehr. Manchmal habe ich so Tage...

Diese Situation, nicht ganz Fisch und nicht ganz Fleisch, ist schon ein bißchen schwierig. Klar, es ist leicht, sich unter die Switcher einzureihen, aber schwer, eine passende Partnerin zu finden. Die meisten Frauen wollen halt *nur* sub sein und halten sich bezüglich ihrer dommigen Neigungen (wenn sie welche haben, und das ist sicher bei so mancher der Fall) eher bedeckt.

Ich hab jetzt mal angefangen, ein paar Subs Antworten auf ihre Kontaktanzeigen zu schreiben - ganz ehrlich, ohne Erfahrung oder rein dommige Neigungen vorzuschieben. Ich bin immer der Meinung, daß Ausrichtung und Vorlieben zweitrangig sind - zuerst müssen sich zwei Menschen kennenlernen, mögen und attraktiv finden. Das ist schwer genug, an die SM-Sachen sollte man sich einfach gemeinsam herantasten - so mancher erlebt dabei wohl häufig auch eine Überraschung mit sich selbst.

Sunday, September 18, 2005

Fetisch - ist der Partner dabei unwichtig?

Eine kleine Diskussion, die ich auf SU hatte: da wurde in den Raum gestellt, männliche subs seinen nur auf der Suche nach der Befriedigung ihrer Triebe, nur der Fetisch und das Kopfkino seien wichtig, die Partnerin trete völlig in den Hintergrund.
Da ich diesen Vorwurf schon öfter gehört habe, besonders in Bezug auf Fetischisten, will ich jetzt mal dagegenhalten.

Die Partnerin muß ein Maske tragen! Der behandelt sie wie eine Schaufensterpuppe! Ist ihm ja wurscht, wer darunter steckt!

Ist es das? Auch wenn Fetischismus per Definition beinhaltet, sich an toten Gegenständen (z.B. Kleidung) zu erregen, glaube ich kaum, daß jemand seine Partnerin als Schaufensterpuppe betrachtet, nur weil er es liebt, sie in LLL zu sehen. Mir persönlich geht es zumindest so, daß ich einer Latexmaske kaum etwas abgewinnen könnte, wenn sie von niemandem getragen wird. Mich interessiert die Person, die darunter steckt - vielleicht einfach, weil ich in ihr eine Gefühlswelt vermute, die der meinen ähnelt.

Natürlich kann man sich darin auch grob und gewaltig täuschen. Aber soweit *denkt* der Sexualtrieb nunmal nicht. Und letzten Endes ist die Partnerin auch im Vanilla-Look *viel* interessanter als das Kostüm, das in der Ecke verstaubt.

Thursday, August 18, 2005

Die Antwort...

... auf meine Kontaktanzeige. Endlich!

Ein Zweizeiler - wie nett. "Schick mir doch bitte ein Foto. Bei Gefallen hörst Du mehr von mir". Ich zurück: "Etwas mehr möchte ich schon lesen, bevor ich Fotos verschicke." Daraufhin habe ich gar nicht mehr mit einer Antwort gerechnet, aber, oh Wunder, sie kam doch. Ihre email-adresse deutet an, daß sie auf Kliniksex steht. Nicht meins, aber kennenlernen möchte ich sie trotzdem. Also schreibe ich eine ausführliche email mit Foto.
Dann, am Montag morgen, wieder ein Zweizeiler: "Tut mir leid, gar nicht mein Geschmack."

Wunderbar. Mit soviel Höflichkeit bin ich schon lange nicht mehr abserviert worden. Warum? Bin ich häßlich? Ist es, weil ich eine Brille trage? Hat sie schon für sich entschieden, daß die sexuellen Interessen nicht kompatibel sind - immerhin hab ich ihre Vorliebe für Umschnall-Dildos auch brav ignoriert?

Nun, wahrscheinlich hat sie einen Filmstar erwartet.

Sunday, July 24, 2005

MüSis goes Kitties - Partybericht

Als erstes: der Titel müßte eigentlich geändert werden in 'Smigo goes Kitties'. Angemeldet waren zwar eine ganze Reihe MüSis, die mit der Szene eigentlich nicht soviel am Hut haben. Gekommen sind aber nur die, die gleichzeitig auch Smigos sind - Neugierige Draufgänger suchte man vergebens.

Ansonsten: alles wie erwartet. Disko, Getränke, Tanzen. Gute und auch schlechte Musik. Das schönste waren für mich ein paar richtig sehenswerte Outfits. Der öffentliche Folterkeller ist (von meiner Warte als Newbie aus) ziemlich gut eingerichtet und führt zu leuchtenden Augen und *sehr* interessanten Ideen. Ohne Inhalt allerdings etwas langweilig

Thursday, July 14, 2005

Müsi goes Kitties

Juchu! Die MüSis (wer's nicht weiß, das *Münchner Single Forum*) schwirren todesmutig zum KittyCat Club, um sich mal frech in der Szene umzugucken. Und natürlich können es die Smigos nicht lassen, mehr oder weniger inkognito mitzuschwirren...
Nschdem ich schon so lange mal vorhatte, das Kitties zu besuchen, und nur nach sinnvoller Begleitung gesucht habe, werde ich mich da wohl am 23. auch hinverirren. Da fühl ich mich beinahe gezwungen...

Sunday, July 10, 2005

Laßt die Korken knallen...

Mal völlig off-topic: es gibt was zu feiern. Am 5. 7. 2005 endete das jahrelange Gerangel um Software-Patente in der EU damit, daß das Europäische Parlament den Vorschlag des EU-Rates in zweiter Lesung mit überwältigender Mehrheit abgelehnt hat.

Warum das ein Grund zum Feiern ist?

Der Vorschlag des Rates sieht eine weitgehende Patentierbarkeit von Software vor, ohne die notwendige 'Erfindungshöhe' näher zu definieren. Das öffnet einer Patentierung trivialer Ideen und Geschäftsmethoden Tür und Tor. Ein Patentunwesen nach Vorbild der USA (wo tatsächlich jemand ein Patent auf das Konzept eines 'Fortschrittsbalkens' innehat) wäre mit großer Wahrscheinlichkeit die Folge gewesen.

Noch wichtiger: Nachdem sich sowohl das Europaparlament in erster Lesung sowie ein Großteil der Länderparlamente für einen Neustart des Gesetzgebungsverfahrens ausgesprochen hatten, kam das Beharren des Rates auf dem eingebrachten Vorschlag nicht nur einem Affront gleich, sondern hätte auch ein Scheitern der Europäischen Demokratie bedeutet. Wo kommen wir hin, wenn der von der Meinung der Wähler weitgehend unberührte Rat alleine bestimmt, was in der EU gemacht wird, und das Parlament als bloßes Erfüllungsorgan dient?

Hier wurde gezeigt, daß sich die Abgeordneten durchaus mit einem technisch schwierigen Thema auseinandersetzen können und ihre Verantwortung gegenüber den Wählern ernstnehmen, Europa nicht von einer parteiischen Minderheit regieren zu lassen.

Also: stoßen wir an auf die europäische Demokratie!

Sunday, July 03, 2005

Eine Kontaktanzeige in Perfektion - und Frust

Es soll perfekt sein...

wird's aber leider nicht. Eine Kontaktanzeige zu schreiben ist schwer – wer bin ich, was habe ich zu bieten, und was will ich eigentlich? Wie bringt man die lesende Person dazu, innezuhalten und sich den Mensch hinter den Worten vorzustellen?
Es ist schon vorstellbar, daß Frauen angesichts der Fülle an männlichen Kontaktgesuchen ein bißchen wählerisch werden: dieser da ist zu dick, zu klein, zu dünn... er ist perfekt, aber er ist ein sub (ich will aber einen dom?). Nein, er ist perfekt, aber er hat keine Erfahrung... unerfahren geht sowieso nicht.

Schade eigentlich. Ich halte mich selbst für eine gute Partie, aber mit den Ansprüchen der SM-Weiblichkeit mitzuhalten scheint gar nicht so einfach. Die Kombination Switcher & unerfahren versetzt sowieso jeder Kontaktanzeige den Todesstoß.

Gibt es eigentlich keine Frauen ohne Erfahrung? Ist Erfahrung bei Frauen nicht wichtig? Suchen die alle einen erfahrenen Mann (dom?)? Die wachsen ja auch nicht auf Bäumen, oder?